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Online-Broker

Online-Broker: Welcher Anbieter passt zu Ihnen?

Mobile-Broker haben den Wertpapierhandel in Deutschland deutlich günstiger gemacht. Wir erklären, worin sich die Brokertypen unterscheiden, was eine Order wirklich kostet und wie Sie den passenden Anbieter finden.

Kurzantwort

Ein Online-Broker ist ein Depotanbieter, bei dem Sie Aktien, ETFs und Fonds selbst per App oder Website kaufen, ohne Beratung. Für die meisten Privatanleger reicht ein günstiger Mobile-Broker mit kostenlosen ETF-Sparplänen und deutscher Steuerabwicklung. Wer alle deutschen Börsen, Telefonservice oder eine Girokonto-Anbindung braucht, zahlt bei Direktbanken spürbar mehr pro Order.

Von der Redaktion konto.cc · Stand: Oktober 2026 · Keine Anlageberatung

Brokertypen

Drei Brokertypen, drei Preismodelle.

Mobile-Broker (Neobroker)

Trade Republic, Scalable Capital, finanzen.net ZERO. Bedienung vor allem per App, sehr niedrige Ordergebühren, kostenlose ETF-Sparpläne. Für Sparer und Buy-and-Hold-Anleger meist die günstigste Lösung.

Direktbank-Broker

comdirect, Consorsbank, ING, S Broker. Vollwertige Web-Plattform, Telefonservice, oft Anbindung an ein Girokonto und Zugang zu allen deutschen Börsen. Dafür Grundpreis plus Prozentsatz pro Order.

Filialbank-Depot

Hausbank vor Ort mit persönlicher Beratung. Depotgebühren, Ordergebühren und Ausgabeaufschläge liegen meist deutlich über dem Niveau von Online-Brokern.

Was macht ein Online-Broker genau?

Ein Broker vermittelt Ihre Kauf- und Verkaufsaufträge an einen Handelsplatz und verwahrt die gekauften Wertpapiere in Ihrem Depot. Zum Depot gehört ein Verrechnungskonto, über das Käufe bezahlt und Dividenden, Zinsen und Verkaufserlöse gutgeschrieben werden. Online-Broker arbeiten beratungsfrei: Sie entscheiden selbst, der Broker führt aus. Das spart Personalkosten, die er in Form niedriger Gebühren weitergibt.

Wichtig für die Sicherheit: Die Wertpapiere im Depot gehören rechtlich Ihnen und sind Sondervermögen. Geht der Broker pleite, werden sie auf ein anderes Depot übertragen. Nur das Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist eine Einlage und fällt unter die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 € pro Kunde und Bank. Mehr dazu im Beitrag Einlagensicherung erklärt.

Seit dem 1. Juli 2026 gilt in der EU das Verbot von Payment for Order Flow. Broker dürfen keine Rückvergütungen mehr dafür kassieren, dass sie Orders an einen bestimmten Handelsplatz leiten. Viele Mobile-Broker haben daraufhin ihre Preise und Handelsplätze umgestellt. Trade Republic bietet seitdem eine Bestpreis-Order für 1 € und eine Direktpreis-Order mit freier Handelsplatzwahl für 2 €. Ältere Vergleichstabellen sind deshalb oft nicht mehr aktuell.

Anbieter

Die wichtigsten Online-Broker im Überblick.

Die Tabelle fasst die Konditionen aus unseren Anbieterprofilen zusammen. Ordergebühren gelten für Aktien und ETFs an deutschen Handelsplätzen, Fremdkosten und Spread kommen je nach Anbieter hinzu.

BrokerTypOrder (Aktien/ETF)ETF-SparpläneSteuer
Trade RepublicMobile1 € Bestpreis, 2 € mit Handelsplatzwahlkostenlos ab 1 €automatisch
Scalable CapitalMobileab 0,99 € (Free), Flatrate in Prime+kostenlosautomatisch
finanzen.net ZEROMobile0 € ab 500 € Ordervolumenkostenlosautomatisch
comdirectDirektbankGrundpreis plus 0,25 %viele ETFs in Aktionen gratisautomatisch
ConsorsbankDirektbank4,95 € plus 0,25 % (min. 9,95 €), Neukunden 12 Monate 0,95 €ohne Sparplangebührautomatisch
INGDirektbank4,90 € plus 0,25 %ohne Kaufprovisionautomatisch
S BrokerDirektbank0,95 € (Sofortorder)ohne Ausführungsentgeltautomatisch
XTBAusland (PL)0 % Kommission bis MonatslimitkostenlosEigenerklärung nötig

Tagesaktuelle Gebühren und Neukundenaktionen zeigt der Rechner am Ende dieser Seite. Die ausführliche Rangliste mit redaktioneller Einschätzung finden Sie im Depot-Vergleich.

Rechenbeispiel

Was kostet ein Depot im Jahr wirklich?

Wie stark die Kosten auseinanderliegen, hängt vom eigenen Verhalten ab. Zwei typische Profile, gerechnet mit den Grundpreisen aus den Profilen, ohne Spread, Börsenentgelte und Aktionen. Die Depotführung selbst kostet bei allen Anbietern der Tabelle nichts, bei comdirect gilt das für Depots, die ab dem 15.07.2026 eröffnet wurden:

Profil 1, Sparerin: 200 € ETF-Sparplan pro Monat, dazu zwei Einzelkäufe à 2.000 € im Jahr.

  • Trade Republic: Sparplan 0 €, zwei Orders à 1 € = 2 € im Jahr
  • finanzen.net ZERO: Sparplan 0 €, Orders über 500 € kostenlos = 0 €
  • Direktbank mit 4,90 € plus 0,25 %: Sparplan in der Aktion 0 €, zwei Orders à 9,90 € = 19,80 €
  • Gleiche Direktbank, ETF nicht in der Sparplan-Aktion (1,5 % je Rate): zusätzlich 36 € = 55,80 €

Profil 2, aktiver Anleger: 24 Orders à 1.500 € im Jahr.

  • Trade Republic Bestpreis: 24 × 1 € = 24 €, mit Handelsplatzwahl 48 €
  • finanzen.net ZERO: 0 €
  • Direktbank: 24 × (4,90 € + 3,75 €) = 207,60 €, zuzüglich Börsenentgelte

Beispielrechnung, gerundet, Konditionen laut Anbieterprofilen, Stand Oktober 2026.

Für reine Sparplan-Anleger ist der Unterschied zwischen den günstigen Anbietern also klein, solange der gewünschte ETF kostenlos bespart werden kann. Bei vielen Einzelorders summieren sich Prozentgebühren dagegen schnell auf mehrere Hundert Euro. Unsichtbar bleibt in allen Fällen der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Wie Sie ihn klein halten, erklärt unser Ratgeber Börsenhandel.

Angebot

Was können Sie bei einem Online-Broker handeln?

Fast jeder Online-Broker ermöglicht den Handel mit Aktien und ETFs. Bei den übrigen Assetklassen unterscheiden sich die Anbieter deutlich, ebenso bei der Zahl handelbarer Wertpapiere und Handelsplätze.

  • Aktien und ETFs: Standard bei allen Anbietern, als Einzelorder und als Sparplan.
  • Fonds: aktiv verwaltete Fonds gibt es bei Direktbanken meist in größerer Auswahl, oft mit rabattiertem Ausgabeaufschlag.
  • Anleihen: am besten über einen Broker mit Zugang zu Xetra oder den Regionalbörsen, weil viele Anleihen nur dort gehandelt werden.
  • Derivate: Optionsscheine, Zertifikate und Knock-outs bieten fast alle Broker an. Für Trader interessant, für den Vermögensaufbau nicht nötig.
  • Kryptowährungen: bei einigen Anbietern im selben Depot, etwa bei finanzen.net ZERO, bei Scalable Capital über Krypto-ETPs.

Auch die Orderausführung läuft unterschiedlich. Mobile-Broker leiten Orders an wenige Handelsplätze, etwa gettex bei finanzen.net ZERO oder Tradegate bei der Neukundenaktion der Consorsbank. Direktbanken bieten zusätzlich Xetra, alle Regionalbörsen und außerbörsliches LiveTrading. Für ETF-Sparer und gelegentliche Käufe von Aktien oder ETFs reicht ein Handelsplatz mit fairen Kursen völlig. Wer aktives Trading betreibt oder exotischere Werte kauft, profitiert von der größeren Auswahl.

Neben den hier verglichenen Anbietern gibt es weitere Online-Broker wie flatex oder Smartbroker, die wir derzeit nicht im eigenen Profil führen. Für sie gilt dieselbe Prüfung: Preisverzeichnis lesen, Kosten für Depotführung, Order, Sparplan und Handelsplatz addieren und mit dem eigenen Anlageverhalten durchrechnen.

Vorteile

Was Online-Broker attraktiv macht.

Jederzeit handeln

Depot jederzeit einsehen, Orders auch abends platzieren. Viele Handelsplätze sind von früh morgens bis 22 oder 23 Uhr geöffnet, die Börse Xetra dagegen nur von 9 bis 17:30 Uhr.

Niedrige Gebühren

Bei Trade Republic kostet eine Order mit automatischer Handelsplatzwahl 1 €, bei finanzen.net ZERO ab 500 € Ordervolumen 0 €. Filialbanken verlangen für dieselbe Order oft ein Vielfaches.

Transparente Preise

Jeder Broker muss ein Preis- und Leistungsverzeichnis veröffentlichen und vor jeder Order die Kosten ausweisen. So lassen sich Anbieter in wenigen Minuten vergleichen.

Sparpläne ab 1 €

ETF- und teilweise Aktiensparpläne laufen automatisch, oft ohne Ausführungsgebühr und mit Bruchstücken, sodass auch kleine Raten vollständig investiert werden.

Auswahl

So finden Sie den passenden Broker.

Fünf Fragen vor der Wahl

  • Sparen oder handeln? Wer überwiegend per Sparplan anlegt, achtet auf kostenlose Sparpläne für den gewünschten ETF. Wer oft handelt, auf die Ordergebühr.
  • Welche Handelsplätze? Mit Xetra und allen Regionalbörsen haben Sie die größte Auswahl, etwa für Nebenwerte oder Anleihen.
  • App oder Desktop? Mobile-Broker sind auf das Smartphone ausgelegt, Direktbanken bieten umfangreichere Web-Plattformen.
  • Service? Telefonischer Kundenservice ist bei Mobile-Brokern selten.
  • Steuer? Ein deutscher, steuereinfacher Broker erspart Arbeit in der Steuererklärung.

Ein Testsieger-Siegel aus einem Magazin oder Vergleichsportal ersetzt diese Fragen nicht. Die Gewichtung der Kriterien passt selten genau zu Ihrem Anlageverhalten, und manche Portale verdienen an Vermittlungen, so wie wir auch. Seriöse Vergleiche legen ihre Methodik und Einnahmen offen, unsere steht unter Redaktion und Methodik.

Kontoeröffnung in sechs Schritten

  1. Anbieter anhand der Fragen links auswählen und das Preisverzeichnis prüfen.
  2. Online-Antrag ausfüllen. Sie brauchen Ausweis, Steuer-Identifikationsnummer und ein Referenzkonto.
  3. Identität per Video-Ident, Online-Ausweis oder Bank-Ident bestätigen.
  4. Freistellungsauftrag einrichten, damit Erträge bis 1.000 € (Verheiratete 2.000 €) steuerfrei bleiben.
  5. Geld auf das Verrechnungskonto überweisen. Ein- und Auszahlungen laufen immer über Ihr Referenzkonto.
  6. Sparplan anlegen oder die erste Order aufgeben, am besten mit Limit.

Haben Sie schon ein teures Depot, ziehen Sie die Wertpapiere per Übertrag um, statt zu verkaufen. Wie das abläuft, steht im Ratgeber Depotwechsel.

Risiken

Was Sie wissen sollten.

Keine Beratung

Online-Broker führen nur aus, was Sie beauftragen. Die Anlageentscheidung und ihre Folgen liegen allein bei Ihnen. Vor dem ersten Kauf sollten Sie verstehen, was Sie kaufen.

Zu viel Handel

Günstige Orders verleiten zu häufigem Kaufen und Verkaufen. Jede Transaktion kostet Spread und Gebühr, und kurzfristiges Timing gelingt selten. Wer langfristig hält, liegt meist vorn.

Marktrisiko

Kurse schwanken, auch breit gestreute ETFs können in einem Jahr 30 % und mehr verlieren. Geld, das Sie in den nächsten Jahren brauchen, gehört aufs Tagesgeld, nicht ins Depot.

Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Broker-Wahl.

  • Nur auf die Ordergebühr schauen: Ein weiter Spread oder Fremdwährungskosten können eine günstige Gebühr schnell aufzehren.
  • Neukundenbonus über alles stellen: Ein einmaliger Bonus wiegt eine dauerhaft höhere Sparplangebühr selten auf. Rechnen Sie über mehrere Jahre.
  • Aktionsbedingungen übersehen: Kostenlose Depots oder Sparpläne sind bei manchen Direktbanken zeitlich begrenzt oder an Aktivität gebunden.
  • Freistellungsauftrag vergessen: Ohne Auftrag zieht der Broker Steuer ab dem ersten Euro ab. Sie bekommen sie erst über die Steuererklärung zurück.
  • Ausländischen Broker unterschätzen: Bei Anbietern ohne deutsche Steuerabwicklung müssen Sie Vorabpauschale und Teilfreistellung selbst berechnen. Mehr dazu unter Abgeltungsteuer.
  • Mit Hebelprodukten starten: CFDs und Optionsscheine sind für den Einstieg ungeeignet. Ein breit streuender ETF-Sparplan ist die solidere Basis.

Häufige Fragen zu Online-Brokern

Ist mein Geld bei einem Online-Broker sicher? +

Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen. Sie gehören Ihnen und fallen bei einer Pleite des Brokers nicht in die Insolvenzmasse, sondern werden auf ein anderes Depot übertragen. Bargeld auf dem Verrechnungskonto ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt. Kursverluste deckt keine Sicherung ab.

Was hat sich durch das PFOF-Verbot im Juli 2026 geändert? +

Seit dem 1. Juli 2026 dürfen Broker in der EU keine Rückvergütungen mehr von Handelsplätzen dafür annehmen, dass sie Kundenorders dorthin leiten (Payment for Order Flow). Mobile-Broker haben ihre Modelle angepasst. Trade Republic etwa bietet seitdem eine Bestpreis-Order für 1 € mit automatischer Handelsplatzwahl und eine Direktpreis-Order für 2 €, bei der Sie den Handelsplatz selbst wählen. Prüfen Sie deshalb vor einem Wechsel immer das aktuelle Preisverzeichnis.

Was bedeutet steuereinfacher Broker? +

Ein Broker mit Sitz oder Niederlassung in Deutschland behält die Abgeltungsteuer direkt ein, berücksichtigt Ihren Freistellungsauftrag, verrechnet Verluste und stellt jährlich eine Steuerbescheinigung aus. Bei ausländischen Brokern müssen Sie alle Erträge selbst in der Anlage KAP erklären.

Kann ich meinen Broker wechseln, ohne Wertpapiere zu verkaufen? +

Ja, über einen Depotübertrag. Der neue Broker holt die Wertpapiere samt Anschaffungsdaten beim alten Anbieter ab. Ein Verkauf und damit eine Steuerzahlung ist nicht nötig. Innerhalb Deutschlands darf der abgebende Broker für den Übertrag keine Gebühr verlangen.

Brauche ich mehr als ein Depot? +

Nein, ein Depot reicht für die meisten Anleger. Ein zweites kann sinnvoll sein, wenn Sie einen Neukundenbonus nutzen, Sparpläne und Einzelaktien trennen oder eine Ausfallreserve haben möchten, falls eine App kurzzeitig nicht erreichbar ist. Den Sparer-Pauschbetrag teilen Sie dann per Freistellungsauftrag auf beide Broker auf.

Was ist der Unterschied zwischen einem Online-Broker und einer Bank? +

Eine Filialbank bietet Girokonto, Kredite, Beratung und Depot aus einer Hand, verlangt für Wertpapiergeschäfte aber meist deutlich mehr. Ein Online-Broker konzentriert sich auf den Handel mit Wertpapieren und verzichtet auf Beratung. Die Grenze verschwimmt: Trade Republic und Scalable Capital haben eine eigene Banklizenz, Direktbanken wie comdirect oder ING verbinden Girokonto und günstiges Depot. Ob Sie bei einer Direktbank oder einem Online-Broker anlegen, ist vor allem eine Frage von Kosten, Service und Bedienung.

Kann ich auch ein Depot für meine Kinder eröffnen? +

Ja, viele Broker bieten Kinderdepots an. Das Depot läuft auf den Namen des Kindes, eröffnet wird es in der Regel von beiden Sorgeberechtigten. Das Geld gehört dann rechtlich dem Kind, auch ab dem 18. Geburtstag. Vorteil: Das Kind hat einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € und ohne weitere Einkünfte meist auch den Grundfreibetrag, sodass Erträge mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung oft steuerfrei bleiben. Ob und zu welchen Konditionen ein Anbieter Kinderdepots führt, steht im jeweiligen Preisverzeichnis.

Welcher Online-Broker ist für Anfänger am besten? +

Für Einsteiger zählt vor allem: kostenlose ETF-Sparpläne, niedrige Ordergebühr, deutsche Steuerabwicklung und eine verständliche App. Das erfüllen Mobile-Broker wie Trade Republic, Scalable Capital oder finanzen.net ZERO. Wer lieber am Rechner arbeitet und Telefonservice möchte, ist bei comdirect, Consorsbank oder ING besser aufgehoben.

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Rechner bereitgestellt von financeads.net. Bei Vermittlung über den Rechner erhalten wir eine Provision.

Redaktionelle Einschätzung auf Basis der Preis- und Leistungsverzeichnisse der Anbieter. Konditionen können sich jederzeit ändern, maßgeblich ist das aktuelle Preisverzeichnis des Brokers. Keine Anlageberatung.