Fast jede Bank gibt heute eine Visa- oder Mastercard zum Girokonto aus. Bei vielen Direktbanken ist das eine Debitkarte, die wie eine Girocard direkt vom Konto abbucht, aber weltweit akzeptiert wird. Daneben gibt es echte Kreditkarten mit Verfügungsrahmen und Prepaid-Karten auf Guthabenbasis. Im Alltag merken Sie den Unterschied kaum, bei der Mietwagenkaution oder der Monatsabrechnung aber sehr wohl.
Die vier Kartentypen im Vergleich
| Typ | Abrechnung | Kreditrahmen | Schufa-Prüfung | Typische Kosten |
|---|---|---|---|---|
| Debitkarte (Visa Debit, Debit Mastercard) | sofort vom Girokonto | nur Dispo des Kontos | nein, Kontoeröffnung genügt | meist 0 € |
| Charge-Karte | gesammelt einmal im Monat | ja, zinsfrei bis zur Abrechnung | ja | 0 bis 60 € im Jahr |
| Revolving-Karte | monatlich, Teilzahlung möglich | ja, Restbetrag verzinst | ja | oft 0 € Jahresgebühr, hohe Sollzinsen |
| Prepaid-Karte | vom vorher aufgeladenen Guthaben | nein | nein | 0 bis 40 € im Jahr, Aufladegebühren möglich |
Debitkarte: Der Standard zum Girokonto
Die Debitkarte hat die Girocard bei Direktbanken weitgehend abgelöst. Sie läuft über das Visa- oder Mastercard-Netz, funktioniert also an allen Terminals und in allen Online-Shops, die diese Marken akzeptieren. Der Betrag wird innerhalb von ein bis zwei Tagen vom Girokonto gebucht. Sie geben also nie mehr aus, als auf dem Konto ist, abgesehen vom Dispo.
Zwei Einschränkungen sind wichtig. Erstens erkennen manche Händler die Karte am Kartenprofil als Debit und lehnen sie für Kautionen ab, vor allem Autovermieter und Hotels im Ausland. Zweitens akzeptieren einige kleine Geschäfte und Behörden in Deutschland nur Girocard, keine Visa oder Mastercard. Wer das abdecken will, behält eine Girocard oder zahlt mit dem Smartphone, sofern der Händler das unterstützt.
Charge-Karte: Die klassische Kreditkarte
Bei einer Charge-Karte sammelt die Bank alle Umsätze eines Monats und bucht sie einmal gesammelt vom Girokonto ab. Bis dahin gewähren Sie sich selbst einen zinsfreien Kredit von bis zu sechs Wochen. Der Verfügungsrahmen richtet sich nach Bonität und Gehaltseingang, typisch sind 500 bis 5.000 €. Weil die Bank in Vorleistung geht, prüft sie die Schufa.
Charge-Karten sind die Karten, die bei Mietwagen und Hotels verlangt werden. Die Kaution wird nur als Reservierung gebucht und belastet das Girokonto nicht. Viele Karten enthalten Reiseversicherungen, die bei einer Debitkarte fehlen. Dafür kosten sie oft eine Jahresgebühr, die manche Banken bei ausreichend Umsatz erlassen.
Revolving-Karte: Vorsicht Teilzahlung
Revolving-Karten werden häufig ohne Jahresgebühr beworben und ohne Girokonto bei derselben Bank angeboten. Das Modell rechnet sich für die Bank über die Teilzahlung: Statt die Monatsabrechnung komplett zu begleichen, zahlen Sie nur einen Teil, etwa 3 % oder 25 €. Auf den Rest fallen Sollzinsen von oft 15 bis 22 % pro Jahr an, bei manchen Anbietern vom Tag der Buchung an.
Wer die Karte so nutzt wie eine Charge-Karte und den vollen Betrag per Dauerauftrag ausgleicht, zahlt nichts. Wer die Teilzahlung einmal aktiviert und nicht beendet, hat einen Dauerkredit zu Dispokonditionen. Stellen Sie bei einer Revolving-Karte deshalb sofort nach Erhalt die Rückzahlung auf 100 % um. Wie teuer ein Minus auf Dauer wird, zeigt unser Ratgeber zum Dispokredit.
Prepaid-Karte: Für Jugendliche und als Zweitkarte
Eine Prepaid-Karte müssen Sie vor der Nutzung aufladen. Sie eignet sich für Jugendliche, für Reisen mit begrenztem Budget oder für Menschen, die wegen eines Schufa-Eintrags keine andere Karte bekommen. Als Hauptkarte ist sie unpraktisch, weil jede Aufladung einen Schritt mehr bedeutet und Kautionen damit ebenfalls nicht reserviert werden können.
Welche Karte für welches Profil
- Alltag in Deutschland und Eurozone: Die kostenlose Debitkarte zum Girokonto reicht. Girocard oder Smartphone-Zahlung als Ergänzung für Händler ohne Visa und Mastercard.
- Regelmäßige Reisen, Mietwagen, Hotels: Eine Charge-Karte mit weltweit kostenfreiem Bezahlen und ohne Fremdwährungsentgelt. Jahresgebühr lohnt sich, wenn Versicherungen enthalten sind, die Sie sonst separat abschließen würden.
- Hoher Kartenumsatz: Karten mit Cashback oder Punkten können sich rechnen, wenn die Jahresgebühr unter dem Bonus liegt. Rechnen Sie mit Ihrem tatsächlichen Umsatz, nicht mit dem beworbenen Maximum.
- Ohne Girokonto bei derselben Bank: Eine Revolving-Karte mit Rückzahlung auf 100 %, am besten ohne Jahresgebühr und ohne Fremdwährungsentgelt.
- Jugendliche, eingeschränkte Bonität: Prepaid- oder Debitkarte auf Guthabenbasis.
Fazit
Für die meisten reicht die Debitkarte zum kostenlosen Girokonto, ergänzt um eine Charge-Karte für Reisen und Kautionen. Revolving-Karten sind nur mit Rückzahlung auf 100 % sinnvoll, Prepaid-Karten ein Nischenprodukt. Welche Karte bei Jahresgebühr, Auslandsentgelt und Versicherungen aktuell vorn liegt, zeigt unser Kreditkarten-Vergleich.