Tagesgeld und Festgeld sind die beiden Standardprodukte für Geld, das sicher liegen und trotzdem Zinsen bringen soll. Beide sind durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt, beide lassen sich online in wenigen Minuten eröffnen. Die Entscheidung zwischen ihnen hängt an einer einzigen Frage: Wann brauchen Sie das Geld wieder?
Die Unterschiede auf einen Blick
| Merkmal | Tagesgeld | Festgeld |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit | täglich, Überweisung aufs Referenzkonto | erst zum Laufzeitende |
| Zinssatz | variabel, jederzeit änderbar | fest für die gesamte Laufzeit |
| Laufzeit | keine | 1 Monat bis 10 Jahre |
| Zinsgutschrift | monatlich, vierteljährlich oder jährlich | jährlich oder am Ende |
| Mindestanlage | meist keine | oft 500 bis 5.000 € |
| Einlagensicherung | 100.000 € pro Kunde und Bank, in der EU gesetzlich | |
| Typischer Einsatz | Notgroschen, Rücklagen, Zwischenparken | planbare Ziele mit festem Termin |
Wann Tagesgeld die richtige Wahl ist
Tagesgeld ist das Konto für alles, was jederzeit erreichbar sein muss. Dazu gehört zuerst der Notgroschen: drei bis sechs Monatsausgaben, die eine kaputte Waschmaschine, eine Autoreparatur oder eine Phase ohne Einkommen abfangen. Dieses Geld darf nicht gebunden sein, weil der Bedarf nicht planbar ist.
Außerdem eignet sich Tagesgeld zum Zwischenparken: Geld für eine Anschaffung in den nächsten Monaten, die Steuerrücklage von Selbstständigen oder Kapital, das auf einen besseren Anlagezeitpunkt wartet. Der Nachteil ist die Zinsänderung. Senkt die Europäische Zentralbank den Einlagenzins, ziehen die Banken meist innerhalb weniger Wochen nach.
Aktionszinsen für Neukunden sind ein Sonderfall. Sie liegen oft deutlich über dem Standardzins, gelten aber nur für drei bis sechs Monate und häufig nur bis zu einer Höchstsumme. Wer systematisch wechselt, holt daraus einen spürbaren Mehrertrag, wie unser Ratgeber Tagesgeldzinsen maximieren zeigt.
Wann Festgeld die richtige Wahl ist
Festgeld passt, wenn drei Dinge zusammenkommen: Sie brauchen das Geld in einem bestimmten Zeitraum nicht, der aktuelle Zins ist attraktiv, und Sie möchten ihn gegen Zinssenkungen absichern. Typische Sparziele mit Termin sind das Eigenkapital für eine Immobilie in drei Jahren, die Ausbildung der Kinder oder ein Auto, das in zwei Jahren ersetzt werden soll.
Der Preis für die Zinsgarantie ist die Bindung. Während der Laufzeit kommen Sie nicht an das Geld, und wenn die Zinsen am Markt steigen, bleiben Sie beim vereinbarten Satz. Deshalb sollte Festgeld nie das gesamte Sparvermögen binden, sondern den Teil, dessen Verwendungstermin feststeht.
Rechenbeispiel: 20.000 € werden für 24 Monate angelegt. Bei 3,0 % p. a. Festgeld mit jährlicher Zinsgutschrift ergibt das rund 1.218 € Zinsen vor Steuern. Beim Tagesgeld, das mit 3,0 % startet und nach zwölf Monaten auf 2,0 % sinkt, sind es etwa 1.012 €. Steigt der Tagesgeldzins dagegen auf 4,0 %, liegt Tagesgeld mit rund 1.424 € vorn. Festgeld gewinnt also bei fallenden, Tagesgeld bei steigenden Zinsen. Niemand weiß vorher, was eintritt, deshalb lohnt die Kombination.
Die Kombination: Festgeld-Treppe plus Tagesgeld
Die meisten Sparerinnen und Sparer fahren mit einer Aufteilung am besten. Der Notgroschen liegt auf dem Tagesgeld, der Rest wird in Tranchen mit gestaffelten Laufzeiten angelegt. Beispiel für 30.000 €:
- 10.000 € Tagesgeld als jederzeit verfügbare Reserve.
- 5.000 € Festgeld 12 Monate, wird nach einem Jahr frei.
- 5.000 € Festgeld 24 Monate.
- 5.000 € Festgeld 36 Monate.
- 5.000 € Festgeld 48 Monate.
Jedes Jahr wird eine Tranche fällig. Sie legen sie zum dann aktuellen Zins für vier Jahre neu an oder nutzen sie, wenn Bedarf besteht. So reagieren Sie jährlich auf das Zinsniveau, ohne jemals das gesamte Kapital zu binden. Welche Laufzeit aktuell am meisten bringt, erklärt der Artikel zu Festgeld-Laufzeiten.
Worauf Sie bei beiden Produkten achten sollten
- Einlagensicherung: Pro Bank und Kunde gelten 100.000 €. Größere Summen verteilen Sie auf mehrere Institute. Details im Ratgeber Einlagensicherung erklärt.
- Zinsgutschrift: Monatliche oder jährliche Gutschrift bringt durch den Zinseszins etwas mehr als die Auszahlung am Laufzeitende.
- Freistellungsauftrag: Ohne ihn führt die Bank Abgeltungsteuer ab dem ersten Euro ab. Bis 1.000 € (2.000 € bei Zusammenveranlagung) bleiben Zinsen steuerfrei.
- Automatische Verlängerung: Manche Festgelder verlängern sich ohne Kündigung zu einem oft schlechteren Zins. Prüfen Sie die Regelung und setzen Sie sich eine Erinnerung vor dem Laufzeitende.
- Referenzkonto: Tagesgeld und Festgeld laufen über ein Girokonto als Referenz. Ein- und Auszahlungen gehen nur dorthin, was gleichzeitig ein Sicherheitsmerkmal ist.
Fazit
Tagesgeld für alles, was jederzeit verfügbar sein muss. Festgeld für Beträge mit festem Verwendungstermin, am besten gestaffelt über mehrere Laufzeiten. Wer beides kombiniert, hat Liquidität und Zinssicherheit zugleich. Die aktuell besten Zinsen zeigen unsere Live-Tabellen für Tagesgeld und Festgeld.